Die Auswahl der Elterntiere

Immer darauf achten, dass beide Elterntiere gesund und kräftig sind. Auch das Alter ist sehr wichtig, denn Weibchen sollten erst mit ca. vier bis sechs Monaten und/oder einem Gewicht von 700 - 800 g gedeckt werden. Ist das Weibchen zu jung, kann es bei der Geburt sterben, oder der Nachwuchs ist nicht lebensfähig. Das Mädel darf aber auch nicht älter als ein 1 Jahr alt sein, wenn es das erste mal Babys bekommen, da sich die Beckenknochen verknöchern können und diese sich dann nicht mehr genug dehnen bei einer Geburt und auch hier das Mädel und die Babys sterben können. Ab dem 3. Lebensjahr solltet man nicht mehr mit dem Zuchtmädel züchten. Böcke sind normalerweise mit sechs bis acht Wochen geschlechtsreif, kann aber auch schon mal früher sein. Zur Zucht sollten sie aber erst eingesetzt werden, ab einem Gewicht von ca. 500 g.

Das Werben

Weibchen sind alle 14 bis 18 Tage für 15 bis 24 Stunden brünstig und zur Paarung bereit. Das Männchen ist das ganze Jahr bereit und wirbt beharrlich um die Gunst des Weibchens. Mit bromselnden Lauten umkreist es das Weibchen, wiegt mit seinem Hinterteil und versucht mit seiner Breiseite an ihrem Körper entlang zu streifen. Manchmal parfümiert er auch das auserwählte Weibchen mit seinem Urin ein. Ist es noch nicht paarungsbereit, flüchtet das Weibchen und wehrt sich, indem es einen gezielten Schuss Urin in das Gesicht des Männchens abgibt, oder es setzt sich auf die Hinterbeine und zeigt mit weit aufgerissenem Maul seine Zähne. Ist das Weibchen jedoch zur Paarung bereit, legt sie sich auf ihren Bauch und hebt ihr Hinterteil.

Der Deckakt

Während der Verfolgung als auch beim Deckakt geben die Weibchen hohe quiekende Laute von sich, welche sich mit den bromselden Lauten der Böceke vermischt. Der eigentliche Deckakt dauert nur wenige Sekunden, erfolgt aber mehrmals hintereinander. Zum Schluss verschließt der Bock die Scheide mit einem sogenannten Deckpfropf um zu verhindern das das Sperma gleich wieder aus der Scheide fließt. Unmittelbar danach putzt sich das Weibchen und das Männchen sorgfältig im Genitalbereich.

 

      
Deckakt                                                              Deckpfropf

Die Trächtigkeit

Sind die Eier befruchtet und haben sich in der Gebärmutter eingenistet, dauert die Tragezeit zwischen 62 und 74 Tagen. Zu Anfang kann man die Trächtigkeit äußerlich nicht erkennen. Das Weibchen hat kein anderes Verhalten. Ab der 4. Woche kann man schon teilweise ertasten ob ein Mädel trächtig ist oder nicht. Ab der 5. Woche kann man es dann aber sehr gut ertasten und das Weibchen wird immer rundlicher und nimmt stetig an Gewicht zu. Wie viel sie an Gewicht zunehmen ist unterschiedlich, da es darauf ankommt wie viele Babys im Bauch sind und wie schwer die Welpen sind. Ab ca. der 6. - 7. Woche kann man dann die ersten Bewegungen der Babys fühlen. Kurz vor dem werfen wird die werdende Mutter sehr plump. Manchmal können sie so breit wie lang sein und man kann die Bewegungen deutlich sehen und spüren.

Geburt

Auch die Geburt ist meist völlig unproblematisch. Sie finde oft in der Nacht statt, oder in den frühen Morgenstunden. An bestimmten Anzeichen wie graben im Einstreu, anschwellen des Geschlechtsteils, Schleimabsonderung oder durch sichtbare Wehen, durch zusammenziehen des Bauches, könnt ihr erkennen, dass das Ereignis unmittelbar bevor steht. Ein Züchter der schon Erfahrung hat, kann allerdings durch die Schambeinfuge abschätzen, wann in etwa mit der Geburt zu rechnen ist. Diese Schambeinfuge sitzt zwischen dem rechten und dem linken Schambeinknochen. Sie ist normal geschlossen. Ca. 5 - 10 Tage vor der Geburt beginnt sich die Fuge zu öffnen. Wenn sie sich so weit geöffnet hat, dass ein Zeigefinger hineinpasst, dann steht die Geburt kurz bevor, das heißt, man kann noch zwischen 3 Tagen und 12 Stunden bis zur Geburt rechnen. Natürlich ist jede Geburt und jedes Schweinchen anders.
Der Geburtsablauf: Das Weichen bekommt das Junge im sitzen, reißt mit der Zähnen die Eihaut auf und frisst sie. Das ist wichtig, damit das Junge atmen kann. Danach leckt ihm die Mutter Mund, Nase, Augen sauber und das Fell trocken. Kaum ist eines versorgt, meldet sich auch schon das nächste an. Manchmal geht es aber auch zu schnell und die Mutter kommt nicht nach. Meist kommt erst zum Schluss etwas Blut und zwar mit der Nachgeburt, die von der Mutter ganz oder teilweise aufgefressen wird.

Hier in etwar ist die Schambeinfuge zu tasten

Die Neugeborenen

Neugeborene Meerschweinchen sind voll entwickelt, haben offene Augen und das Fell ist glänzend und dicht. Da sie Nestflüchter sind, können sie sofort laufen und feste Nahrung fressen. Das Milchgebiss wurde bereist im Mutterleib gegen das bleibende gewechselt. 1 - 2 Stunden nach der Geburt wuseln sie bereits flink im Käfig umher, bleiben aber immer in der Nähe der Mutter, die sie 3 - 4 Wochen säugt. Gesäubert werden die Jungen vom Muttertier, indem sie sie mit einer Kopfbewegung auf den Rücken dreht um dann den After zu putzen und über den Bauch zu lecken. Diese sanfte Massage ist besonders wichtig für eine geregelte Verdauung.

Frühgeborene

Hin und wieder kommt es vor, dass Babys aus irgendeinem Grund zu früh geboren werden. Manchmal durch Krankheit der Mutter, oder einfach durch eine Gebärmutterschwäche, weil sie die Babys nicht halten kann. Es ist immer traurig, aber ich möchte trotz allem ein Foto zeigen, dass 4 Babys zeigt die ca. in der 6 Woche geboren wurden, also ca. 4 Wochen zu früh. Sie sind in diesem Stadium noch nackt, die Augen sind zu und sie haben auch noch keine Zähnchen. Man kann aber an der Hautpigmentierung schon sehen was für Farben sie bekommen hätten. Diese Babys wären alles schwarz-weiß gewesen.

Die Entwicklung der Jungen

Bei der Geburt wiegen die Babys ca. 60 - 100 g (Ausnahmen bestätigen die Regel)
Bis zur sechsten Woche nehmen sie täglich ca. 3 - 4 g zu.
Geschlechtsreife beim Böckchen mit ca. 3 - 6 Wochen oder ab einem Gewicht von ca. 250 - 300 g. Dann sollten sie aber noch nicht zur Zucht eingesetzt werden, siehe oben.
Weibchen werden mit ca. 4 - 6 Wochen geschlechtsreif, auch da natürlich nicht zur Zucht einsetzten, siehe oben.

Inzucht, Linienzucht

Inzucht bedeutet, wenn die Schweine eng miteinander verwand sind. Also, wenn z.B. Vater mit Tochter oder Mutter mit Sohn verpaart werden. Man nützt diese Art der Verpaarung um gute Eigenschaften rauszuzüchten. Außerdem werden durch diese Art der Verpaarung schneller genetische Defekte aufgedeckt. Es wir fälschlicherweiße angenommen, dass Inzucht zu Krankheiten führt, das ist aber nicht richtig. Wie schon gesagt, werden nur Gendefekte aufgedeckt die in der Linie schon bestanden haben. Dadurch kann man Linien die davon betroffen sind, natürlich schneller aus der Zucht nehmen.

Vollgeschwisterverpaarung

Es spricht nichts dagegen eine Vollgeschwisterverpaarung zu machen, wenn man die Linie gut kennt. Im Prinzip ist es wie bei einer Verpaarung mit Mutter x Sohn oder Vater x Tochter, wenn eine Krankheit in der Linie vorhanden ist, kann sie damit aufgedeckt werden, ansonsten können positive Eigenschaften damit gefestigt werden.

Kanibalismus beim Meerschweinchen

Es kommt gelegentlich vor das Mütter ihre Babys auffressen (entsorgen) oder anfressen, wenn die Mütter merken, dass ihre Babys nicht lebensfähig sind. Das ist ein Instinkt der keine Feinde anlocken soll.
Es gibt auch Fälle wo Mütter ihren Babys gegenüber agressiv sind, weil die Geburt sehr schmerzhaft war oder sie keinen Mutterinstinkt entwickeln. Wenn das der Fall ist, dann sollte man die Sau aus der Zucht nehmen.

Ein Züchter sollte immer einen Abstammungnachweis über seine Tiere ausstellen. In diesem sollte stehen:

Name des Tieres

Zuchtname des Züchters

Geburtsdatum des Tieres

Geschlecht des Tieres

Rasse und Farbe des Tieres

Geburtsgewicht des Tieres

Zuchtbuchnummer des Tieres (wenn vorhanden)

Unterschrift vom Züchter

und natürlich mindestens die letzten drei Generationen, besser sind die letzten vier Generationen

 

 

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